Sanitär-Heizung-Lüftung
St.Pauli-Fußballer Tim Heysen

Sanitär-Heizung-Lüftung
Tim Heysen an seinem neuen Arbeitsplatz

Kniescheibe gebrochen, Patella-Sehne gerissen – dieser Unfall beendet nicht nur die Fußballkarriere von Tim Heysen, sondern auch seinen Berufsweg als Monteur bei der Santec-Service GmhH. Doch das Schenefelder Unternehmen hilft ihm, eine neue Perspektive zu finden.

Erst 26 Jahre ist Tim Heysen alt – und hat doch schon genug Auf und Ab im Leben hinter sich. Der Fußballer arbeitet sich von der C-Jugend des FC St.Pauli nach oben und steht kurz vor der Profi-Karriere. Doch immer wieder bremsen ihn Unfälle aus. Wegen einer gebrochenen Schulter fällt er 2013 ein halbes Jahr aus. Die Sanitärfirma, bei der er bereits eine Ausbildung zum Monteur abgeschlossen hatte, kündigt ihm kurz nach der Wiedereingliederung. Der arbeitslose Fußballer will sich nun mit einem Freund selbstständig machen, doch der steigt kurz vor dem Start aus.

Das Blatt wendet sich, als Tim Heysen bei Santec Service in Schenefeld nach einem Job fragt: „Zwei Tage später hatte ich ein Gesprächstermin, am Tag darauf die Zusage und ein Auto, und dann ging es los.“

Der Monteur fühlt sich wohl in seinem neuen Team, versteht sich gut mit den Chefs. Doch sieben Monate später kommt der nächste Schlag: Bei einem Unfall auf dem Rasen wird die Kniescheibe des Fußballers zertrümmert. Seine Karriere ist damit beendet.

Es dauert mehr als ein Jahr, bis Tim Heysen nach zwei Operationen und vielen Reha-Maßnahmen mit der Wiedereingliederung in seinen Job beginnen kann. Doch schnell zeigt sich, dass das Knie einigen Aufgaben nicht mehr standhalten kann – etwa eine Badewanne in den fünften Stock zu bringen. Ein weiterer schwerer Tag für den jungen Mann: „Meine Firma hat die ganze Zeit zu mir gehalten und dann zeigt sich, dass alles vergeblich war.“

Doch Santec Service lässt ihren Mitarbeiter mit den Problemen nicht allein. Geschäftsführer René Hackl: „Wenn man seinen Beruf aufgeben muss, fällt man erst mal in ein tiefes Loch. Wir kennen das aus unserer eigenen Familie: mein Sohn musste auch umschulen. Da gibt es keine schnellen Lösungen, man muss gucken und probieren, wohin die Reise geht.“ Nach einigen Gesprächen bietet die Firma Tim Heysen schließlich an, über die Berufsgenossenschaft ein Praktikum im kaufmännisch-technischen Bereich zu machen.

Einen Bürojob hatte der talentierte Handwerker eigentlich nie machen wollen. Doch während des Praktikums wächst er schnell in die neuen Aufgaben hinein. Nach einigem Hin- und Her steht fest: sein neuer Weg ist eine duale Ausbildung zum Techniker. In der Woche sitzt er nun in der Schenefelder Zentrale am Schreibtisch, am Samstag geht es zum Studium an die Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften HAW. Tim Heysen: „Der Techniker macht die Baustellenbetreuung, hat auch viel Kundenkontakt. Er kalkuliert Angebote, leitet die Monteure und schreibt Rechnungen. Vieles davon kann ich schon selbstständig machen. Ich spreche das Ergebnis dann mit dem Chef ab, ändere es, wenn nötig, und schicke es unter meinem Namen an die Kunden.“

Dass er die Kollegen und ihre Aufgaben gut kennt, erleichtert die Arbeit – die nun mehr den Kopf als den Körper fordert. Ganz nah an der Praxis zu sein und so schnell Verantwortung zu übernehmen, macht dem Umschüler sichtlich Spaß. Auch Santec Service ist rundum zufrieden mit dieser Lösung, die auch für die Zukunft eine gute Perspektive verspricht.

11Und der Fußball? Tim Heysen hält Kontakt, packt mal beim FC St. Pauli mit an, drückt an anderen Wochenenden in irgendeinem deutschen Stadion die Daumen für einen ehemaligen Teamkollegen. Doch im Mittelpunkt seines Lebens steht inzwischen die Familie: seine Frau erwartet bald ein Baby.


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